Flächenvorbereitung

Generelles zur Flächenvorbereitung:

Die Bodenvorbereitung vor der Ansaat ist entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Wildblumenansaat ist die gewissenhafte Flächenvorbereitung. Ein sauberes Saatbett sollte frei von problematischen Wurzel- und Samenunkräutern sein. Abhängig von dem bisherigen Bewuchs müssen Maßnahmen ergriffen werden, um alle konkurrenzstarken Beikräuter und dessen Samendepot im Boden zu entfernen, den Boden abzumagern und feinkrümelig vorzubereiten. Sollte ein Bodenumbruch möglich sein, ist eine Bearbeitung mit dem Pflug und der Kreiselegge möglich. Vertikulieren, Fräsen oder Grubbern lockert den Boden für die anschließende Ansaat. Wird ein Bodenaustausch vorgenommen, ist unbedingt darauf zu achten, nur Unterbodenmaterial und keinen Oberboden aufzutragen, um das Einbringen eines fremden Samendepots zu verhindern. Zur Abmagerung kann Mineral 0-16 oder Sand untergemischt werden.

 

Flächenabhängige Maßnahmen:

Maßnahmen zur Vorbereitung und zur Einsaat sind abhängig von den Voraussetzungen auf der Fläche. Der aktuelle Bewuchs gibt Indices zu dem Bodenzustand und zeigt fette und magere Standorte an. Abgesehen von diesen sogenannten Zeigerpflanzen gibt es einige Beikräuter, dessen Dominanz eine erfolgreiche Ansaat mit Wildarten erschweren kann. Im Folgenden sind einige typische Fälle und standortangepassten Maßnahmen beschrieben:

 

Flächen mit Wurzelunkräutern:

Wurzelunkräuter wie Ampfer, Quecke, Distel, Weißklee und Winde müssen unbedingt durch einen Flächenumbruch mittels eines Pflugs und mehrmaligem Einsatz eines Grubbers aus dem Boden gezogen werden. Sie vertrocknen anschließend auf der Fläche. Wenn möglich, kann eine Kokosmatte 20-30cm unter dem unkrautfreien Substrat für mehr Sicherheit sorgen. Während der Pflegemaßnahmen ist gesondert auf Wurzelunkräuter zu achten.

VORSICHT: Die Wurzeln der Wurzelunkräuter dürfen nicht durch eine Fräse zerkleinert werden. Aus den verletzten Wurzeln entwickeln sich sonst wiederrum Pflanzen.

 

Flächen mit Samenunkräutern:

     

Samenunkräuter wie Melde, Hirtentäschel, Hirse, Ackerhellerkraut usw. können durch mehrmalige flache Bodenbearbeitung durch eine Kreiselegge, Egge oder Fräse entfernt werden. Da es sich bei Samenunkräutern oft um Lichtkeimer handelt, ist hier eine wiederholte Bearbeitung besonders wichtig.

VORSICHT: Zu beachten ist auch, dass die letzte Bodenbearbeitung maximal 5 cm tief erfolgt. Bei einer tieferen Bearbeitung würde schlafendes Samendepot aus den tieferen Schichten das saubere Saatbett wieder verunreinigen.

 

Steilhänge:

Steilhänge sind besonders schnell von Erosion betroffen, sodass der Boden zu jedem Zeitpunkt ausreichend befestigt sein muss. Aus diesem Grund ist nicht zu einem Bodenumbruch auf ganzer Fläche zu raten. Stattdessen kann beispielsweise streifenweise oder punktuell die Grasnarbe entfernt werden.

 

Südliche / sonnige Lagen:

Sonnige Flächen sind für eine Aussaat sehr gut geeignet. Viele Pflanzenarten können sich bei ausreichender Feuchtigkeit stark entwickeln. Vor einer Ansaat ist verstärkt auf ein sauberes Saatbett zu achten, um konkurrenzstarke Beikräuter einzudämmen. Eine Ansaat im Herbst reduziert das Trockenheitsrisiko.

 

Schattige Lage:

An schattigen Standorten entwickeln sich viele Arten langsamer und bilden weniger Biomasse aus. Durch den großen Wasserkonsum, kann auch im Baumschatten starke Trockenheit herrschen. Baumwurzeln können einen Bodenumbruch erschweren oder unmöglich machen, sodass eine umbruchlose Ansaat in Betracht zu ziehen ist.

 

Nährstoffreicher / fetter Boden:

Auf nährstoffreichen Böden entwickeln sich konkurrenzstarke Arten besonders schnell. Langsam wachsende Arten, wie viele mehrjährige Wildblumenarten können sich gegen diese Konkurrenz oftmals nicht gut durchsetzen. Durch das untermischen von Sand oder durch einen Bodenaustausch mit feinem Kies, kann der Boden künstlich und schnell abgemagert werden. Eine auf nährstoffreichen Boden angepasste Saatmischung für Fettwiesen mit konkurrenzstarken Arten kann den Erfolg unterstützen.

VORSICHT: Ein sauberes Saatbett ist besonders wichtig, um konkurrenzstarke Beikräuter einzudämmen. Erfahrungen zeigen, dass sich die Magerite bei versäumter Abmagerung in den ersten Jahren durchsetzen wird.

 

Flächen die nicht umgebrochen werden dürfen/können:

In einigen Fällen, zum Beispiel, wenn Grünland nicht umgebrochen werden darf, bietet sich eine umbruchlose Ansaat an. Ziel ist es, eine artenreiche Mischung mit einem niedrigen Anteil an Gräsern auszubringen. Sollte die Wiese bereits fett und dicht bewachsen sein, ist in den meisten Fällen von einer umbruchslosen Ansaat abzuraten. In dem genannten Fall sollte langfristig eine Abmagerung durch eine Pflegeumstellung angestrebt werden.

Bei der umbruchlosen Ansaat sollte der Bestand zuerst scharf abgemäht werden. Mahdgut sollte generell abgefahren werden. Mulchen sollte verhindert werden, um die Nährstoffanreicherung zu verhindern. Anschließend sollte der Boden durch Vertikutieren, Fräsen oder Grubbern stark verletzt werden. Die etwas aufgelockerte Erde kann anschließend mit 1-2 g/m² Blumenwiesen-Saatgut eingesät werden. Abschließendes Anwalzen des Saatguts ist zwingend erforderlich.

VORSICHT: Da es sich bei dem Saatgut meist um Lichtkeimer handelt, sollte es nicht in den Boden eingearbeitet werden. Wenig Erfolg versprechen auch Direktsaatmaschinen: sie verletzten den Boden nicht stark genug und säen oft zu tief.

 

Quelle: Rieger Hofmann GmbH, Katalog 2018/2019