Beschreibung

Baden-Württemberg ist bekannt für seine vielen kleinstrukturellen Landschaftselemente wie Hecken, Gebüsche und Kleingewässer. Sie bilden wertvolle Lebensräume und Nahrungsquellen für seltene Tier- und Pflanzenarten. Um zur Erhaltung und Ausweitung ökologisch wertvoller Flächen für den Insektenschutz beizutragen, wurde das Projekt Blühende Naturparke entwickelt und lässt die Naturparke Baden-Württembergs aufblühen. Ziel ist es, durch die Anlage von Wildblumenwiesen für Insekten ganzjährig Lebensraum und ein reichhaltiges und vielfältiges Nahrungsangebot zu schaffen. Mit lokalen Akteuren werden Flächen mit standortangepassten, regionalen und mehrjährigen Wildblumensamen eingesät und anschließend ökologisch gepflegt. Das Projekt richtet sich an alle Flächenbesitzer, wie Städte und Gemeinden, Unternehmen, Landwirte oder Privatleute.

 

Projektbeschreibung und -ziel:

Häufig dominieren kurz geschnittene, blütenfreie Rasenflächen oder ortsfremde Blühpflanzen die Kulturlandschaft. Sie bieten kein Nahrungsangebot für nektar- und pollenabhängigen Insekten und sind somit ökologisch wenig wertvoll. Mit lokalen Akteuren werden daher Flächen mit standortangepassten, regionalen und mehrjährigen Wildblumensamen eingesät und anschließend ökologisch gepflegt. Von der Anlage von Wildblumenflächen profitiert nicht nur die bekannte Honigbiene, sondern auch 460 in Baden-Württemberg heimische Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln gehören, sowie viele Schmetterlinge, Schwebfliegen, Wespen und Laufkäfer. Vielfalt ist wichtig, denn viele Insekten haben sich auf einzelne Pflanzenarten spezialisiert. So bevorzugen sie z.B. je nach Rüssellänge unterschiedliche Blütenpflanzen. Zusammen bestäuben sie 80 Prozent der heimischen Kulturpflanzen und bieten eine elementare Nahrungsgrundlage für unzählige weitere Tierarten. Viele Vogelarten sind beispielsweise auf Insekten als wichtige Proteinquelle angewiesen. Daher ist es nötig, Rückzugsorte und Futterquellen durch die Anlage geeigneter langjähriger Blühflächen neu zu schaffen.

Seit Februar 2018 wird nun das landesweite Projekt „Blühende Naturparke“ aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt aus dem Bereich des Ministeriums Ländlicher Raum und Verbraucherschutz gefördert.

 

Zielgruppe und Umsetzung:

Das Projekt richtet sich an alle Flächenbesitzer. Städte und Gemeinden können inner- und außerörtliche Flächen wie Straßenrandstreifen, Verkehrsinseln oder Ortseingänge einsäen. Pflegemaßnahmen können reduziert und angepasst werden. Unternehmen können ihre Firmenareale oder Gewerbegebiete verschönern und durch firmeninterne Kommunikation als Multiplikatoren fungieren. Landwirte können Blühflächen oder Ackerrandstreifen anlegen. Privatleute können auch durch kleine Wildwiesenstücke oder blütenreiche Balkonkästen wertvolle Nektarquellen bieten, um Fluginsekten die Wanderung in der Landschaft zu erleichtern. Richtig angelegte Nisthilfen werden dankend angenommen.

Das Projekt Blühende Naturparke berät die Grundbesitzer flächenspezifisch bezüglich der Flächenbearbeitung, Saatgutmischung und Pflegemaßnahmen. Hinweisschilder auf den Flächen zu dem Projekt weisen auf die Wichtigkeit der Thematik hin und schaffen Verständnis für die notwendige Umstellung des Pflegemanagements. Dabei trägt der Naturpark die Kosten für Werbemittel, Beratungsdienstleistungen und organisatorische Arbeit, während der Flächenbesitzer die Kosten für die Umsetzung der Maßnahmen auf den Flächen trägt.